Innovation

Mechanische Minenräumsysteme

In der Vergangenheit wurden viele Lösungsvorschläge sehr unterschiedlicher Art getestet, z. B. Stampfwalzen, Pflug, Überfahren mit Stahlrädern, der Einsatz von verschiedenen Schlagelementen usw., wie sie im „Mechanical Demining Equipment Catalogue“ 2004 des Geneva International Centre for Humanitarian Demining zusammengefasst waren.

Erste nennenswerte Ergebnisse wurden mit der Fräs- und Schlegeltechnologie erzielt. Personen-, Panzer-, Splitterminen oder durch Stolperdraht gezündete Sprengminen vergraben oder versteckt, werden mechanisch zerstört oder zur Detonation gebracht. Der Fahrer und das Fahrzeug mit entsprechendem Insassenschutz müssen dabei die Detonation einer Panzermine ohne Schaden überstehen.

Bodenfrästechnologie

Durch eine Initiative des ehemaligen Außenministers Kinkel entwickelten in Deutschland die Wehrtechnik-Unternehmen Rheinmetall und Diehl (vormals Minenhersteller) Flächenräum-Maschinen für humanitäre Zwecke. Es waren panzerähnliche Kettenfahrzeuge mit Trommel- Fräs-Rotoren auf der Basis der Bodenfräsen von Wirtgen und Krohn. Die Maschinen waren für humanitäres Minenräumen zu groß, zu schwer (40 t – 55 t) und zu teuer.

Bei der Detonation von Panzerminen entstehen hochverdichtete Energieladungen mit gewaltigen Druckwellen. Sie entwickeln ihre zerstörerische Kraft unter den Trommel-Fräs-Rotoren auf Grund der großen Angriffsfläche. Um nicht zu reparierende Schäden im Land der Minenräumung zu vermeiden, wurden die Bodenfräsen aus Festigkeitsgründen bis zu 15 t schwer. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Fräsen von panzerähnlichen Fahrzeugen, z. B. dem Leopard, getragen werden mussten.

Das detaillierte Studium von Panzerminendetonationen (7,5 kg TNT), angeregt durch das Wehrtechnische Symposium der Bundeswehr „Stand und Perspektiven für den Minenschutz bei militärischen Landfahrzeugen“ vom 9. 11. – 11. 11. 1998, ergab bei den Recherchen von STS, dass die Schockbeanspruchung, der Blast, bereits nach wenigen Metern vollständig abgebaut wird, wenn kein Widerstand durch Bauteile entsteht. Das führte zur Entwicklung einer „offenen“ Korbfräse in Anlehnung an Konstruktionen, wie sie in der Forstwirtschaft bekannt sind.

Schlegeltechnologie

In Mosambik studierte das Team von STS eine englische Schlegelmaschine mit rotierenden Ketten (Aardvark Mk IV). Da die Schlegelketten bei Panzerminendetonation nur wenig Widerstand bieten, verpufft der Blast in der Atmosphäre ohne größere Beschädigung. Ein fähiger Räumprozess war mit der Schlegel- Technologie jedoch nicht möglich wegen des notwendigen, großen Kettenabstandes, der Nichteinhaltung der Räumtiefe von 30 cm, der Schwierigkeit, Vegetation zu beseitigen und der gewaltigen Staubentwicklung. Eine intensive hundertprozentige Nachsuche mit „Hand und Hund“ wäre erforderlich gewesen. Die Maschinen, die leichter (20 t) und billiger waren, konnten nur zur Bodenvorbereitung eingesetzt werden.