Nach UNO-Informationen lagen Mitte der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in 64 Ländern der Welt 60 – 100 Mio. Landminen.

25.000 Menschen wurden jedes Jahr verstümmelt oder getötet. Die UNO schätzte zu jener Zeit, dass US$ 60 Milliarden und 100 Jahre notwendig sein würden, um die Minenseuche zu beheben.

Die Minen-Industrie war gewaltig: Damals arbeiteten ungefähr 100 Unternehmen in 55 Ländern an der Herstellung von mehr als 360 Minentypen. Viele dieser Bomben sind aus Kunststoff und können magnetisch nicht geortet werden.

Am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts kamen neue, bzw. alte Formen der Kriege wieder auf: Asymmetrische Kriege, wie auch der Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina. Häufig sind diese militärischen Waffengänge Folge innerstaatlicher Auseinandersetzungen. Asymmetrische Kriege schließen eine Terrorisierung der Zivilbevölkerung bewusst mit ein – Plünderungen, ethnische Säuberungen und Massenhinrichtungen sind bewusst Teil des Konzeptes der Kriegstreiber.

Auch der Einsatz von Minen eignet sich besonders: Den n Minen sind billig, einfach zu beschaffen oder gar selbst herzustellen. Ihre Wirkung ist grausamer als die der meisten anderen Waffen, die zum Einsatz kommen.

Minenfelder wurden meist, wenn überhaupt, nur unzureichend katographiert. Die Folgen dieser besonders menschenverachtenden Kriegsführung sind unübersehbar:

  • zerstörte und verminte Wohnblöcke und Infrastruktur erschweren und verhindern die Rückkehr der Zivilbevölkerung („Verbrannte Erde“)
  • Landwirtschaft ist kaum mehr möglich
  • zerstörte Wasserpumpstationen, Kraftwerke und zivile Einrichtungen erschweren und verzögern eine Rückkehr der Zivilbevölkerung
  • die große Zahl verletzter und verkrüppelter Zivilisten verursacht dem Land enorme Kosten für die medizinische Versorgung.

Dringlichste Aufgabe war daher Mitte der neunziger Jahre ein totales Verbot von Herstellung, Lagerung, Verkauf und Anwendung. Dazu gehört eine effiziente Überprüfung mit wirksamen Sanktionsmöglichkeiten.

Doch schon damals war klar, dass selbst dann, wenn die internationale Staatengemeinscahft über ein so lches Instrumentarium verfügen würden immer noch die bereits vorhandenen Minen zu orten und zu zerstören sein würden.

Die Situation zur Entminung war Mitte der neunziger Jahre weitestgehend die, dass Minen fast ausschließlich durch Handentminung und mit Hilfe von Hunden geräumt wurden.

Angesichts der technischen und finanziellen Probleme und der Risiken für die Minenräumer wurden dringend sichere, billige und zuverlässige Technologien gebraucht, um Minen zu räumen. Wissenschaft und Technik standen vor einer großen Aufgabe, um den Wettlauf gegen den versteckten Tod zu gewinnen.

Für eine technische Lösung waren folgende Voraussetzungen zu berücksichtigen:

  • Die entsprechenden Gebiete müssen mit einer Erfolgsquote von 100 % geräumt werden.
  • Neuartige Minen enthalten kein Metall und sind mit Metalldetektoren nicht aufzufinden.
  • Personen- und Panzerminen werden vermischt verlegt.
  • Minen werden großflächig in allen nur denkbaren Umgebungen verlegt: in ebenem und hügeligem Gelände, in Sand- oder Steinböden, in Wäldern oder in Schutt von zerstörten Gebäuden.

Lange Jahre wurde intensiv an High-Tech-Lösungen – Multi-Sensorsysteme, insbesondere auf militärischer Seite, gearbeitet (chemisch-analytisches Sprengstoff-Verfahren, Georadar, Infrarot-Messgeräte etc.).

Leider wurde auch beim militärischen „Internationalen Mobility Symposium 2003“ ( 4. – 6. Nov. 03 in München) nochmals bestätigt, dass in den folgenden 5 – 10 Jahren keine ausgereifte „High-Tech“- Lösung in Sicht ist.

Militärische Minen-Räummaschinen waren damals und sind heute immer noch für humanitäre Zwecke ungeeignet, da sie nur zum Räumen einer Gasse vorgesehen sind.

Das humanitäre Minenräumen konzentrierte sich fast ausschließlich auf das mechanische Flächenräumen. Da sich noch keine Systeme durchgesetzt hatten, wurde in wissenschaftlichen Studien auch mit dem Geruchsinn von Ratten und Bienen experimentiert und mit der chemischen Farbänderung von Pflanzen, um Minenfelder zu orten. Dies war ein deutliches Zeichen dafür, dass dringend effektive und sichere Räummethoden entwickelt werden mussten.